Das BRAWOLINER®-Verfahren

Hoher Sanierungsbedarf

In Deutschland sind Schätzungen zufolge rund 1,5 Mio. Kilometer private Abwasserkanäle verlegt. Bei Untersuchungen der Hauskanalanschlüsse in verschiedenen Regionen Deutschlands, wurde eine Schadensquote von 50 - 70 Prozent ermittelt. 

Die Folgen

Durch defekte Abwasserleitungen können Schadstoffe, wie Tenside (Wasch- und Spülmittel), Säuren (Toilettenreiniger), Chlor (Chlorreiniger) oder alkalische Substanzen (Abflussfrei) ins Erdreich gelangen (Exfiltration). Die Einleitung von Schadstoffen in das Erdreich ist strafbar und Belastungen des Bodens und des Grundwassers sind unbedingt zu vermeiden.


Darüber hinaus kann sauberes Grund- und Regenwasser in defekte Rohre eindringen (Infiltration). Dieses muss in der Kläranlage ebenfalls gereinigt werden und trägt somit maßgeblich zu den steigenden Abwassergebühren bei.


Das so genannte Fremdwasser beeinträchtigt die Ableitungskapazität der Abwasserrohre und kann bei Starkregenereignissen einen Rückstau verursachen.

Hausanschluss-Sanierung gesetzlich vorgeschrieben

Hauseigentümer stehen vor einer Herausforderung. Gemäß § 18 Wasserhaushaltsgesetz und DIN 1986-30 sind sie bis spätestens 31.12.2015 verpflichtet, den ordnungsgemäßen Zustand ihrer Grundstücksentwässerungsanlage durch einen qualifizierten Dichtheitsnachweis zu belegen. Sind die Rohre undicht, so müssen sie umgehend in Stand gesetzt werden. Bei einer Schadensquote von 50 - 70 Prozent, sind umfangreiche Sanierungsmaßnahmen zu erwarten.

Die Lösung

Sobald die Kanalsysteme schadhaft sind, stehen umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an. Mit dem bewährten BRAWOLINER®-System können diese schnell, einfach, lang anhaltend und kostengünstig durchgeführt werden. Mit der grabenlosen BRAWOLINER®-Sanierung ist die Instandsetzung selbst komplizierter Rohrverläufe kein Problem mehr. 

Einfach, schnell und zuverlässig

Das BRAWOLINER®-Verfahren ist eine grabenlose Sanierungslösung, bei der auf ein Ausgraben oder Freilegen der defekten Kanalisationsrohre verzichtet werden kann. Auf diese Weise bleiben die Wände, die Bodenplatte und die Hofanlagen unversehrt, so dass teure und langwierige Wiederherstellungsarbeiten komplett entfallen. Das spart nicht nur Zeit, sondern bares Geld.

Die Sanierung

Bei der Sanierung wird ein flexibler Textilschlauch (BRAWOLINER®) mit Harz getränkt und anschließend mittels Luft- oder Wasserdruck in das defekte Rohr eingebracht. Dabei kleidet BRAWOLINER® das Rohr komplett aus und beseitigt somit alle bestehenden und potentiellen Schadensbilder. Das Aushärten des Harzes erfolgt bei Umgebungstemperatur und kann durch Zufuhr von Wärme deutlich beschleunigt werden. Nach dem Aushärten ist ein komplett neues Rohr im Altrohr entstanden, welches dieses in statischen und hydraulischen Eigenschaften häufig übertrifft.

Der Vorteil des BRAWOLINER®-Verfahrens

BRAWOLINER® wurde speziell für kleindimensionierte Rohre (DN 50 bis DN 250) mit Bögen bis 90° und Dimensionsänderungen entwickelt. Diese besonders wirtschaftliche Art der Kanalsanierung bietet viele Vorteile:

 

  • schnelle Sanierung ohne Belästigung durch Schmutz und Lärm
  • deutlich geringere Kosten als die offene Bauweise
  • sowohl bestehende, wie auch potentielle Schäden werden saniert
  • Bögen bis 90° und bis zu 2 Dimensionsänderungen möglich
  • Haltbarkeit von über 50 Jahren
  • bietet bei Wurzeleinwuchs sogar einen effektiveren Schutz als neu verlegte Rohre

Aufgrund dieser Vorteile hat sich BRAWOLINER® als ideale Sanierungslösung für Haus- und Industriekanäle etabliert.

Das BRAWOLINER®-Verfahren

In 9 Schritten zum Erfolg

Die Installation eines BRAWOLINER® ist mit dem entsprechenden Equipment meist binnen eines Tages abgeschlossen. Auch wenn die Handhabung der Geräte besonders bedienerfreundlich ist und die einzelnen Arbeitsschritte einfach zu erlernen sind, erfordert der Einbau eines BRAWOLINER® Know-how und Übung. Aus diesem Grund sollte der Einbau auch nur von einem geschulten Einbau-Team durchgeführt werden. 

1. Vorbereitung

Vor einer BRAWOLINER®-Sanierung sind vorbereitende Maßnahmen nötig, dabei kommt dem Reinigen des Rohres mit einem Hochdruckspüler oder ggf. mit einer Kettenschleuder eine besondere Bedeutung zu. Nur bei gut gereinigten Rohren kann ein optimaler Verbund des Harzes mit der Rohrwand erfolgen. Sand, Fette und andere lose Ablagerungen fungieren wie eine Trennschicht.


Nach der Reinigung sollten die Rohre mit einer Kamera befahren werden, um die vorhandenen Schäden und die Zuläufe zu erkennen. Sofern Scherben oder spitze Gegenstände in das Rohr einragen, müssen diese beseitigt werden, da ansonsten die Gefahr einer Verletzung des Liners besteht.

2. Baustelle einrichten

Bevor der Einbau beginnen kann, muss die Baustelle komplett eingerichtet werden. Alle benötigten Geräte müssen gerichtet und angeschlossen werden, die Versorgung mit Wasser, Strom an Druckluft sichergestellt sein und die benötigten Verbrauchsmaterialien in der entsprechenden Menge vorhanden sein.

3. Ausmessen der Rohrleitung

Nachdem das Rohr für die Sanierung vorbereitet wurde, gilt es die Länge des zu sanierenden Abschnitts auszumessen.

4. Ablängen des Liners

Basierend auf der ermittelten Rohrlänge kann man den Liner nun ablängen. Dabei ist die Zugabe aus dem Handbuch zu beachten.

5. Harz mischen

Erst wenn alle Vorbereitungen abgeschlossen sind und der Liner auf die richtige Länge zugeschnitten ist, kann mit dem Mischen des Harzes begonnen werden. Sobald Harz und Härter zusammengeführt sind, beginnt die Verarbeitungszeit.  Binnen dieser Zeit muss der Liner imprägniert und in das Rohr eingebracht werden.


Beim Mischen des Harzes ist unbedingt darauf zu achten, dass keine Luft in das Harz eingearbeitet wird. Die Rührzeit sollte ca. drei Minuten betragen, um eine optimale Vermischung der beiden Komponenten zu gewährleisten.

6. Imprägnieren des Liners

Zum Imprägnieren wird der BRAWOLINER® auf die Imprägnieranlage gelegt. Eine Vakuumpumpe am Ende des Liners erleichtert das Imprägnieren und verringert Lufteinschlüsse. Das gemischte Harz wird in den Liner gefüllt. Dabei bildet die Folie auf der Außenseite des BRAWOLINER® einen Auslaufschutz. Anschließend wird das Harz mittels Imprägnieranlage gleichmäßig in die Schlingenstruktur eingearbeitet. Die grüne Farbe der BRAWOLINER®-Harze bietet bei der Imprägnierung eine optische Unterstützung. Erst wenn der Liner komplett durchgefärbt ist, kann die Imprägnierung abgeschlossen werden. 

7. Inversieren

Zur Installation eines BRAWOLINER® verwendet man in der Regel eine Drucktrommel. In diese wird der Liner zunächst eingebracht. Die Inversion erfolgt mittels Luftdruck. Dabei lässt man den Liner im Stülpverfahren aus der Drucktrommel in das Rohr einlaufen. Die mit Harz getränkte Seite des Liners wird dabei nach außen gestülpt und durch einen Luftdruck von 0,2 - 0,3 bar an die Rohrwand gedrückt. 

8. Aushärten des Liner

Die Aushärtung des Liners kann bei Raumtemperatur erfolgen. Temperiert man den Liner, so kann man die Aushärtezeit deutlich verkürzen. Bei Warmaushärtung dauert dies je nach Harztyp ca. 100 bis 180 Minuten.

9. Öffnen des Endes und der Zuläufe

Nachdem der Liner vollständig ausgehärtet ist, kann das Ende des Liners geöffnet werden. Sind Zuläufe vorhanden, müssen auch diese geöffnet werden. Hierzu empfiehlt sich eine Schiebefräse oder ein Fräsroboter.